PAULA PRINT persönlich

0203gd05Ein Wort zur „Zeitungsente“

Ich darf mich Ihnen kurz vorstellen: Mein Name ist PAULA PRINT®, meines Zeichens Zeitungsente, die einzige Plüsch gewordene auf dieser Erde. Mit meinen Schwestern bin ich seit fast 20 Jahren das Maskottchen der regionalen Zeitungsverlage in Deutschland.

Wie alle Prominente bin ich immer hinterher, was über mich in den Medien gesagt und geschrieben wird. Und so finde ich eine Vielzahl an Erklärungen für meine Gattungsbezeichnung „Zeitungsente“, aber nur eine kann die richtige sein, nicht wahr?

Nach meiner Ahnenforschung sieht das Ganze so aus:
Interessanterweise gibt es die Idee und den Begriff der Ente oder Zeitungsente für eine Falschmeldung oder einen Spaß in praktisch jeder europäischen Sprache. So heiße ich z.B. in Frankreich canard (was ugs. auch Zeitung heißen kann), in Italien canato, in Skandinavien avis and, in Polen Kaczka dziennikarska. Im Englischen gibt es meinereiner nur als französisches Fremdwort (canard).

00012708_Journalistische Eiertanz1Langer Rede kurzer Sinn, da es diese Idee doch (fast) überall gibt, erscheint mir eine folgende Theorie zutreffend: Die Ente als unzuverlässige Brüterin wird im Französischen im Ausdruck donner des canards („Enten geben“) mit der Lüge in Verbindung gebracht. Dies findet sich auch im Titel der ehrwürdigen (gegr. 1915) Satirezeitschrift Le Canard Enchaîné. Ich gehe davon aus, dass sich diese Idee in Kombination mit dem Ententier in den anderen europäischen Sprachen, die dafür noch kein sprachliches Konzept hatten, verbreitet hat. In Deutschland gibt es dafür einen schönen Beleg: Eine Karikatur aus der Zeit um 1840 zeigt den journalistischen Eiertanz, bei dem der Verspottete Journal-Enten am Gürtel trägt.

Interessant finde ich persönlich, dass hier nicht nur ein Fremdwort integriert wurde, sondern das Konzept in die jeweils eigene Sprache übertragen wurde.

So, das war es, was ich dringend los werden wollte.

Mit freundlichen Grüßen

füsse2-blau

 

 

 

PAULA PRINT®
Zeitungsente